Katholische Pfarrgemeinde Herz Jesu Müllheim

Singen tut gut! Das ist zwar mittlerweile wissenschaftlich bewiesen, diese Wirkung aber tatsächlich an Leib und Seele zu erfahren, das ist besser als jede graue Theorie. Egal, ob Stress im Beruf oder der Familie, mit Freunden oder Ämtern: Nach der Chorprobe fühlen wir uns wie neu geboren.

Wir, das sind rund 40 Frauen und Männer, die sich jeden Mittwoch treffen, um sich ganz der sakralen Musik zu widmen. Das Repertoire reicht von klassisch bis modern, von einfach bis anspruchsvoll, das auch Sänger ohne Notenkenntnisse bewältigen können. Gemeinsam mit unserem ebenso entspannten wie zielorientierten Dirigenten gelingt uns die musikalische Gestaltung eines Gottesdienstes. Aufführungen mit Orchester und Solisten an hohen Feiertagen des katholischen Kirchenjahres machen aus jedem Fest einen Höhepunkt des Jahres. Da kann es schon einmal zu Leistungsdruck kommen, den wir jedoch bei unserem gemütlichen Beisammensein nach der Singstunde bestens bewältigen.

Und überhaupt sind wir den weltlichen Genüssen nicht abgeneigt: Am »Schmutzige Dunschdig« findet die beliebte Kirchenchor-Fasnet mit »selbstgebasteltem« Programm statt. Und auch beim jährlichen Kirchenchorausflug stehen Gemeinsames Erleben, Kultur und Genuss im Vordergrund, dabei bleibt so manche vom Singen beanspruchte Kehle nicht ganz trocken.

Etwa alle drei Jahre leisten wir uns außerhalb von Müllheim Probenwochenenden. Sie dienen der Einstudierung relativ anspruchsvoller Chorliteratur und dem vergnüglichen Beisammensein innerhalb der Chorgemeinschaft. Meist finden sie gemeinsam mit dem Kirchenchor St. Michael aus Basel statt, denn mit diesem Chor verbindet uns eine sehr fruchtbare Freundschaft, was durch den gemeinsamen Dirigenten und dadurch mögliche gemeinsame Auftritte zum Ausdruck kommt.

Nachdem im Jahr 1878 die neu erbaute katholische Kirche eingeweiht wurde, gründete sich schon ein Jahr später ein Männerchor als Kirchenchor, der sozusagen die Wurzel des heutigen Chores darstellt. Nach Phasen mit einem ruhigen und kontinuierlichen Wachstum, folgten von Widrigkeiten und diversen Zeiterscheinungen beeinträchtigende Entwicklungen.

Besonders die Naziherrschaft und die nicht immer einfache Nachkriegszeit behinderten die Entfaltung des Chores. Dass der Chor über all die Jahre hinweg bis zum heutigen erhalten und lebendig blieb, haben wir den jeweiligen Geistlichen und vor allem aber den zahlreichen Chorleitern, die mit viel Talent, Eifer und Geschick, Generationen von engagierten Sängerinnen und Sängern mit den jeweiligen Vorsitzenden, zum Dienst an der Musica sacra begeistern konnten.